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Return to Paradise/ Rückkehr ins Paradies

2015, animation

 3 x C-print, 20 x 20 cm 

 

 
 
Beside paradise in the bible, there are many “paradises” in our mind, like childhood or home, which are located in time, not in space any more. The only way to return to these paradises is to remember. But the recalling process is exposed to different disruptions - This process is comparable with the searching for the right radio station, which is disturbed by overlying frequencies or static noises. In the same way we don't have access to our memory because of our physical or mental condition. What remains is a vague picture, which requires a high amount of interpretation. Memory isn’t always available; it isn’t always complete and it doesn’t even have to be true. We know that unconsciously.

To remember is a creative act, which can be triggered subconsciously and our brain is a brilliant artist, who adapts to an optimized learning for the future. However, we have to trust memory, because it tells us who we are in a chronological context. I conclude from this an existential fear:  Who are we, if we can't trust memory? Are the remembered paradises only illusions? Are we  illusions?
 
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Neben dem biblischen Paradies gibt es viele “Paradiese” in unserem Gedächtnis, wie zum Beispiel “Kindheit” oder “Heimat”, die allerdings nicht mehr im Raum, sondern in der Zeit verortet sind. Die einzige Möglichkeit, an diese Orte zurückzukehren, ist sich zu erinnern. Aber der Erinnerungsprozess wird durch verschiedene Störungen  unterwandert - dieser Prozess ist vergleichbar mit dem Sendersuchlauf im Radio, welcher durch sich überlagerne Frequenzen oder durch elektrostatisches Rauschen entstellt ist. Auf dieselbe Weise haben wir nicht immer Zugang zu unseren Erinnerungen , weil wir physisch oder mental gerade nicht in der Lage sind. Was bleibt ist eine wage Idee einer einst erlebten Wirklichkeit, die einer Interpretation bedarf. Erinnerung ist nicht immer verfügbar, sie ist auch nicht immer vollständig, und muss schon gar nicht wahr sein. Wir wissen das unbewusst.
 
Sich zu erinnern ist ein kreativer Akt, der getriggert werden kann, und unser Gehirn ist ein exzellenter (Überlebens-)“Künstler”, der stets darauf bedacht ist ein optimales Lernen für die Zukunft zu gewährleisten. Dennoch müssen wir unserer Erinnerung vertrauen, denn sie sagt uns in einem chronologischen Zusammenhang wer wir sind. Ich schließe daraus eine existenzielle Angst: Wer sind wir wirklich, wenn uns die Erinnerung belügt? Sind die erinnerten Paradiese nur Illusionen? Sind wir Illusionen?

 

Rundgang durch die Ausstellung "Ortsverschiebungen", Neue Galerie im Höhmannhaus, 2017